Aktuell befindet sich die Teilschulnetzplanung berufsbildende Schulen in der Evaluation. Im Dezember 2025 übergaben die sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHK) dem Staatsminister für Kultus, Conrad Clemens, dazu ein Positionspapier mit Forderungen zu dessen Fortschreibung.
Ausgangspunkt war ein Dialog der Fachkräfteausschüsse der IHK am 16. Dezember 2025, zu dem auch Staatsminister Clemens geladen war.
Die gemeinsame Beratung sprach für die Berufsausbildung wesentliche Schwerpunktthemen an. Dazu gehörten u. a. die Sicherung der Ausbildungsreife, der Bedarf an Berufsschullehrkräften sowie die Berufsorientierung an Gymnasien und Oberschulen. Kritisiert wurde der Unterrichtsausfall insbesondere im MINT-Bereich.
Der Fachverband berufsbildende Schulen im SLV begrüßt diese Schwerpunktsetzung ausdrücklich. Die Forderung der Industrie- und Handelskammern, den Unterrichtsausfall durch Verlagerung an außerbetriebliche Lernorte zu kompensieren, lehnen wir jedoch ab. Vielmehr sollte die Praxis, Berufsschullehrkräfte an andere Schularten zwangsabzuordnen, um dort den Ausfall zu minimieren, eingestellt werden. Diese Vorgehensweise gefährdet nicht nur die Ausbildung an den BSZ und sorgt vor Ort zu Ausfall, sondern gefährdet auch die Gesundheit der abgeordneten Kolleginnen und Kollegen.
Im Positionspapier, das dem Minister übergeben wurde, fordern die IHK u. a. ihre aktive Einbindung in den Prozess der Teilschulnetzplanung berufsbildende Schulen. Es müssten jetzt Fehlentwicklungen korrigiert und das System zukunftssicher ausgerichtet werden.
Konkret heißt das: Schließung von Berufsschulzentren und Konzentration auf wenige, mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbare Standorte mit Internatsanbindung. Im Hinblick auf zukünftig weniger verfügbare Berufsschullehrkräfte müssten diese auf weniger Standorte verteilt werden.
In einem Artikel auf „saechsische.de“ vom 28. Dezember 2025 argumentierten Dresdens IHK-Präsident Dr. Andreas Sperl und Hauptgeschäftsführer Lukas Rohleder insbesondere mit fehlenden Berufsschullehrkräften im MINT-Bereich und nahmen als Beispiel die Sorge um die künftige Lehrerversorgung für das aktuell im Bau befindliche BSZ in Prohlis, welches ab 2029 spezielle Fachkräfte für die Microchipfabriken ausbilden soll. Man plant mit etwa 900 Schülerinnen und Schülern, die auch aus anderen Bundesländern kommen sollen.