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Warnstreikserie erreicht die Oberlausitz: Beschäftigte machen auch in Görlitz Druck

Beschäftigte streiken

©K. Oberdiek

Was vor einer Woche mit ersten regionalen Warnstreiks begann, hat sich inzwischen zu einer landesweiten Protestbewegung entwickelt. Lehrkräfte und andere Landesbeschäftigte haben in Leipzig, Dresden, Zwickau und Chemnitz deutlich gemacht, dass sie die Blockadehaltung der Arbeitgeber nicht länger hinnehmen. Mit dem Warnstreik in der Region Bautzen und der Kundgebung auf dem Marienplatz in Görlitz hat diese Bewegung heute konsequent ihren nächsten Schritt gemacht.

Rund 400 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes der Länder, darunter viele Lehrerinnen und Lehrer aus der Oberlausitz, folgten dem Aufruf des dbb beamtenbund und tarifunion, der Spitzengewerkschaft des Sächsischen Lehrerverbandes.

In jeder Region zeigt sich dasselbe Bild. Die Stimmung ist entschlossen und die Botschaft ist eindeutig. Die Länder tragen Verantwortung für funktionierende Schulen, Verwaltungen, Hochschulen, Polizei, Justiz und viele weitere Bereiche. Diese Verantwortung lässt sich nicht mit Aussitzen, Minimalangeboten oder dem Verweis auf angeblich leere Kassen erfüllen.

Landesvorsitzender Michael Jung brachte diese Entwicklung in Görlitz auf den Punkt:

„In Sachsen erleben wir seit Jahren dasselbe Muster: Die Beschäftigten tragen die Verantwortung, die Länder mauern in den Tarifverhandlungen. Wer in Potsdam ernsthaft glaubt, mit Minimalangeboten und Aussitzen durchzukommen, verkennt die Realität vor Ort. Lehrkräfte und andere Landesbeschäftigte halten diesen Staat jeden Tag am Laufen – dafür erwarten wir Respekt und einen fairen Tarifabschluss.“

Morgen bündeln die Gewerkschaften ihre Kräfte beim landesweiten finalen Warnstreik. Dann sind alle sächsischen Lehrkräfte aufgerufen, gemeinsam ein letztes, unüberhörbares Signal zu setzen – in Dresden und Leipzig. Die Arbeitgeber stehen jetzt in der Verantwortung, Bewegung in die Tarifverhandlungen zu bringen.

Hauptredner der Protestkundgebung in Dresden ist der dbb-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Volker Geyer.

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Fotos: K. Oberdiek