Von Region zu Region wächst der Druck
Was mit regionalen Warnstreiks begann, hat sich zu einer landesweiten Protestbewegung entwickelt. In jeder Region zeigen die Beschäftigten aufs Neue, dass sie geschlossen hinter den Forderungen der Gewerkschaften stehen. Chemnitz reiht sich nahtlos in diese Reihe ein – mit einer Kundgebung, die Entschlossenheit sichtbar machte.
Gerade Lehrkräfte tragen seit Jahren eine hohe Verantwortung. Sie sichern Bildung, oft unter schwierigen Bedingungen. Trotzdem stoßen ihre berechtigten Forderungen bei den Arbeitgebern weiterhin auf Ablehnung.
„Diese Arbeit trägt den Staat“
SLV-Landesvorsitzender Michael Jung, Mitglied der dbb-Bundestarifkommission, brachte die Stimmung auf der Kundgebung auf den Punkt:
„In jeder Einkommensrunde wird uns unterstellt, wir seien geldgierig und unsere Forderungen unrealistisch. Gleichzeitig heißt es immer, die Länder hätten kein Geld. Dabei wird ausgeblendet, welche Verantwortung die Beschäftigten der Länder tagtäglich tragen. Wir sind Teil des Staates und halten ihn jeden Tag am Laufen – in den Schulen, Verwaltungen und Einrichtungen. Diese Leistung verdient Anerkennung und einen fairen Tarifabschluss.“
Nächste Station und gemeinsamer Abschluss
Die Warnstreiks gehen weiter. Morgen folgt die Region Bautzen mit einer Kundgebung um 11 Uhr auf dem Marienplatz in Görlitz.
Am Donnerstag, 29. Januar 2026, bündeln die Gewerkschaften ihre Kräfte beim finalen Warnstreik in Sachsen. Dann sind alle sächsischen Lehrkräfte aufgerufen, sich zu beteiligen. Zentrale Kundgebungen finden statt
- in Dresden um 11 Uhr auf dem Carolaplatz und
- in Leipzig um 10 Uhr auf dem Richard-Wagner-Platz.
Mit den Warnstreiks erhöhen die Gewerkschaften den Druck vor der dritten und entscheidenden Verhandlungsrunde am 11. Februar 2026. Auch der sächsische Finanzminister Christian Piwarz, der für die Länder in Potsdam mitverhandelt, steht in der Verantwortung.
Der dbb beamtenbund und tarifunion fordert eine lineare Einkommenssteigerung von 7 Prozent, mindestens 300 Euro monatlich, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Ziel ist es, den deutlichen Abstand zu den Tarifabschlüssen bei Bund und Kommunen endlich zu schließen.
Weitere Informationen
→ Zur SLV-Sonderseite „Einkommensrunde 2026“
Fotos: K. Oberdiek










