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Lehrerversorgung in Bedarfsregionen ist die Herausforderung für Sachsen

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Die →am 09.09.2019 veröffentlichte Bertelsmann-Studie zeigt in den kommenden Jahren bundesweit einen höheren Lehrerbedarf an Grundschulen als derzeit Lehrkräfte ausgebildet werden.

Speziell für Sachsen sieht der Sächsische Lehrerverband die größte Herausforderung in der Lenkung der neu ausgebildeten Lehrkräfte in die Bedarfsregionen. Das sind in Sachsen alle Regionen außer den Metropolen Dresden und Leipzig bzw. angrenzende Städte und Gemeinden.

Bereits im Einstellungsverfahren zum Schuljahr 2019/2020 hat sich gezeigt, dass es Dank der Anstrengungen des Freistaates Sachsen – Erhöhung der Kapazitäten in der Lehrerausbildung, Verbeamtung, Eingruppierung in Besoldungsgruppe A 13 – mittlerweile fast so viele Bewerber mit Grundschullehrerausbildung gibt wie geplante Einstellungen.

Problematisch ist dagegen die starke Fokussierung der jungen Lehrerinnen und Lehrer auf die Universitätsstädte Leipzig und Dresden. Das trifft die anderen Regionen besonders hart. In den Bereichen Chemnitz und Zwickau des Landesamtes für Schule und Bildung gab es auch in diesem Jahr wieder zu wenige Bewerber mit vollständiger Lehrerausbildung, in Bautzen lag die Gesamtzahl, d. h. einschließlich der Seiteneinsteiger, sogar unterhalb der Einstellungspläne.

Die Grundschullehrerausbildung an der TU Chemnitz (seit 2012), zusätzliche Ausbildungsstätten für Grundschulreferendare in Löbau und Annaberg-Buchholz (seit August 2019) sowie der Anwärtersonderzuschlag von über 1.000 Euro monatlich für Referendare in Bedarfsregionen sind geeignete Maßnahmen, um mehr Bewerber in die Bedarfsregionen zu lenken. Ihre Wirkung wird sich aber erst in kommenden Einstellungsverfahren vollständig entfalten.

Auch aktuell haben ausgebildete Lehrkräfte in Sachsen sehr gute Einstellungschancen durch Initiativbewerbungen bei den Standorten des Landesamtes für Schule und Bildung, Grundschullehrer insbesondere an den Standorten Bautzen, Chemnitz und Zwickau.

In Kürze starten zudem →die schulscharfen Ausschreibungen sowie das Listenverfahren zum nächsten Einstellungstermin (01.02.2020) für grundständig ausgebildete Lehrkräfte.

Der SLV möchte die jungen Lehrer ermuntern, sich vor Ort von der guten Ausstattung der Schulen in den Bedarfsregionen zu überzeugen. Diese Städte und Gemeinden haben ihre Vorzüge und sind lebenswert. Mieten und Bauland sind deutlich günstiger als in Leipzig und Dresden. Nette Menschen, Freizeitangebote, Sportstätten, Musik und Theater gibt es in allen sächsischen Regionen.

„In allen Bedarfsregionen gibt es sehr gute Schulen und in allen Schularten können ausgebildete Lehrer verbeamtet und nach Besoldungsgruppe A 13 bezahlt werden. Ich möchte alle jungen Lehrer in Sachsen und darüber hinaus ermuntern, sich auch außerhalb von regulären Einstellungsterminen auf eine der freien Stellen zu bewerben“, appelliert Jens Weichelt, Landesvorsitzender des SLV, an den Lehrernachwuchs.