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SMK hält Zusage zum Wegfall der verbalen Beurteilungen nicht ein

empörte personen

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Als das SMK am 27. Mai 2025 sein Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung vorstellte, wurde eine konkrete Entlastung für Lehrkräfte ausdrücklich angekündigt: Die verpflichtenden verbalen Einschätzungen zu den Kopfnoten auf den Jahreszeugnissen sollten entfallen.

Mehr als ein Jahr später steht fest: Diese Maßnahme wurde nicht umgesetzt.

Für den SLV ist das völlig inakzeptabel. Während alle Maßnahmen, die zu einer höheren Arbeitsbelastung der Lehrkräfte geführt haben, zügig und konsequent vom SMK umgesetzt wurden, bleibt die versprochene Entlastung aus.

Belastungen wurden umgesetzt – Entlastungen nicht

Die vergangenen Monate haben gezeigt, mit welcher Konsequenz das SMK Maßnahmen durchgesetzt hat, die zusätzliche Ressourcen aus dem System Schule ziehen. Ermäßigungen wurden gekürzt, Entlastungen reduziert und neue Belastungen geschaffen. Wenn es jedoch darum geht, Lehrkräfte spürbar von bürokratischen Aufgaben zu entlasten, wird auf später vertröstet.

Genau das erleben die Kolleginnen und Kollegen aktuell beim Thema verbale Beurteilungen.

Dabei hatte das Kultusministerium selbst deren Wegfall als Bestandteil seines Maßnahmenpakets angekündigt. Umgesetzt wurde die Maßnahme bis heute nicht.

SMK verweist auf Schulgesetzänderung

Der SLV hat Kultusminister Conrad Clemens mehrfach aufgefordert, zu dieser ausstehenden Entlastungsmaßnahme Stellung zu beziehen und nachvollziehbar zu erklären, warum die zugesagte Änderung nicht erfolgt ist.

Als Begründung verweist das SMK auf die Notwendigkeit einer Änderung des Schulgesetzes. Diese sei derzeit mit dem kleineren Koalitionspartner nicht durchsetzbar.

Gleichzeitig teilte das Ministerium über das Schulportal mit, dass eine Expertengruppe aus Vertreterinnen und Vertretern des Landesschülerrates, des Landeselternrates, von Schulleitungen, des Lehrerhauptpersonalrates sowie aus Wirtschaft und Wissenschaft Vorschläge für die zukünftige Ausgestaltung von Leistungsrückmeldungen und Beurteilungsformen erarbeitet. Ergebnisse werden erst für November 2026 erwartet.

Parallel dazu bereitet das SMK nach eigenen Angaben eine Gesetzesänderung vor. Ziel ist es, die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass ab dem Schuljahr 2026/2027 auf die verpflichtenden verbalen Einschätzungen verzichtet werden kann. Die endgültige Entscheidung darüber trifft der Sächsische Landtag.

Lehrkräfte brauchen Entlastung jetzt

Für den SLV ist die aktuelle Situation mehr als unbefriedigend; er kritisiert das SMK scharf. Die Kolleginnen und Kollegen leisten seit Jahren Außergewöhnliches. Sie tragen die Folgen des Lehrkräftemangels, übernehmen zusätzliche Aufgaben und arbeiten vielerorts an der Belastungsgrenze und darüber hinaus.

Gerade deshalb sind angekündigte Entlastungen keine Nebensache. Sie müssen verlässlich umgesetzt werden. Wer von den Schulen verlangt, immer neue Herausforderungen zu bewältigen, darf zugesagte Erleichterungen nicht auf unbestimmte Zeit verschieben. Glaubwürdige Bildungspolitik zeigt sich nicht in Ankündigungen, sondern in konkretem Handeln!

Der SLV bleibt dran

Kultusminister Conrad Clemens betont weiterhin, das Ziel einer spürbaren und verlässlichen Entlastung der Schulen konsequent zu verfolgen. Für viele Lehrkräfte ist davon bislang wenig zu spüren.

Der SLV wird den berechtigten Unmut der Kolleginnen und Kollegen weiterhin deutlich gegenüber dem Kultusministerium vertreten. Als Gewerkschaft setzen wir uns dafür ein, dass versprochene Entlastungen nicht nur angekündigt, sondern endlich umgesetzt werden.

Lehrkräfte brauchen keine weiteren Vertröstungen. Sie brauchen spürbare Entlastungen – und zwar jetzt!